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Hapag-Lloyd Cruises will ab Sommer 2020 bei seiner gesamtem Flotte auf den Einsatz von Schweröl verzichten. Stattdessen sollen die Schiffe künftig mit Marine Gas angetrieben werden. „Eine Investition in die Zukunft“ nennt Karl J. Pojer, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Hapag-Lloyd, die Umrüstung.

Im Juli 2020 soll es soweit sein: Dann sollen alle Schiffe von Hapag-Lloyd Cruises, die MS Europa, MS Europa 2, MS Bremen, Hanseatic nature und Hanseatic inspiration, nur mehr mit Marine Gas fahren. Dadurch werden laut Hapag-Lloyd die Emissionen um 80 Prozent gesenkt werden. Rußemissionen und Feinstaub werden um 30 Prozent reduziert.

Seit 1993 kein Schweröl in der Arktis

Für Kreuzfahrten oder Expeditionen in der Arktis verzichtet das Unternehmen bereits seit 1993 freiwillig auf Schweröl und verwendet stattdessen das schwefelarme Marine Gasöl. Anfang 2019 kündigte Hapag an, alle Expeditionsschiffe nach und nach auf Marine Gas umzustellen. Nun soll ab Juli 2020 die gesamte Flotte, also auch die beiden Europa-Kreuzfahrtschiffe, mit der klimafreundlicheren Alternative fahren.

Hapag-Lloyd senkt Durchschnittsgeschwindigkeit

Aber Hapag-Lloyd geht weiter. Künftig werden alle Schiffsneubauten für die Nutzung von Landstrom und mit neuen SCR-Katalysatoren ausgestattet. SCR-Katalysatoren reinigen Abgase und minimieren den Ausstoß von Stickoxiden um über 90 Prozent. Ein weiteres Einsparpotenzial sieht Hapag-Lloyd in der Geschwindigkeit. Auf allen Routen soll die Durchschnittsgeschwindigkeit der Schiffe um 3 Knoten gesenkt werden. Laut Pojer kann damit ca. ein Drittel an Treibstoffen eingespart werden. Zudem sind alle Hapag-Schiffe mit Meerwasserentsalzungsanlagen und biologischen Kläranlagen ausgestattet.